Samstag, Mai 16, 2009

Christen, wo seid ihr??

Gestern waren einige Komilitonen und ich in Frankfurt und haben uns im Rahmen unseres Studiums eine Streetwork Arbeit angeschaut. Mittem im Rotlichtviertel hat die Stadt Frankfurt Sozialarbeiter eingestellt, besonders im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Es war Bewegend was uns der Sozialarbeiter erzählte- dass Jugendliche die Straße zwischen Drogen, Gewalt und Sex als den besten Ort zum Leben bezeichnen, weil es dort, wo sie herkommen, wesentlich schlimmer zugeht. Zu sehen, wie Menschen ohne Hoffnung und Zukunft auf der Straße ihre Drogen konsumieren und ein Krankenwagen einen Junkie mitnimmt, dessen Dosis zu hoch war. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit versuchen die Sozialarbeiter ihr bestes um den Menschen zu helfen- zu einem Leben mit geregeltem Konsum und einem Stück normalität. Das ist Hardcore Arbeit und ich finde es genial, was sie dort für Arbeit leisten. Dennoch denke ich, dass es nicht ausreicht um all der Hoffnunglosigkeit zu begegnen, dass es nicht genügt um die verletzungen zu heilen und der gefühlten Sinnlosigkeit des Lebens die Härte zu nehmen. Ich hab mich gefragt: Wo sind hier die Christen, die sich um die Menschen kümmern und ihnen sagen dass Jesus sie liebt? Wie oft verschanzen wir uns Sonntags hinter den Gemeindemauern und freuen uns darüber dass wir Christen sind und die Menschen um uns herum sind uns egal? Ich musste sehr an den Satz denken, den Jesus einmal sagte: "Hier wartet eine reiche Ernte, aber es gibt nicht genug Menschen, die helfen, sie einzubringen." Mattäus 9,37.
Im Endeffekt braucht es Jesus selbst, der Menschen an solch verzweifelte Orte ruft und die sich um Menschen kümmern, die wirklich am Rande der Gesellschaft leben- oder sollte ich sagen existieren? Das Ding ist nur, dass es wenige Menschen gibt, die bereit sind, an Orte wie diese zu gehen, um den Menschen dort zu dienen.
In Berlin gibt es eine solche Arbeit. Sie heißt "Zukunft für dich", wurde vor einigen Jahren von einem Schwedischen Christen gegründet, der bewegt war von der Situation der Jugendlichen und auch Älteren. Er fliegt alle zwei Wochen nach Berlin um am Brennpunkt des geschehens zu sein. Die Arbeit die sie leisten ist hart und manchmal frustrierend. Aber es passieren auch Veränderungen. Menschen, die aus dem ganzen Mist rauskommen. Ermutigendes.
Mein Fazit?? Augen auf und Gutes tun- schaun wo Gott einen hinstellt und losgehn.